Impressum  Kontakt Tadjikistan und Kirgistan  6.- 27. September 2013  …das Warten hat sich gelohnt! Die hellbraunen China-Visum-Kleber zieren endlich die  Seiten in unseren Pässen!! Wie versprochen haben wir 2x 70 Tage erhalten. Raus aus  der Botschaft, laut jubeln, ins Taxi hüpfen und sofort mit dem Zug nach Samarkand  zurückfahren. Am nächsten Tag organisieren wir aufgrund der fortschreitenden  Jahreszeit und des bereits laufenden Tadjikistan-Visums einen Transport nach  Dushanbe, von wo aus wir den Pamir in Angriff nehmen.  Spazierfahrt auf dem Dach der Welt  Hand aufs Herz, wer weiss wo Tadjikistan liegt? Richtig, irgendwo bei den "Stanländern". Ich gebe zu, mehr wusste ich auch  nicht bevor wir uns an einem lauen Sommerabend in Samarkand spontan entschieden den Pamir Highway zu befahren.   Eingequetscht zwischen Afghanistan, Usbekistan, Kirgistan und  China, gehörte  Tadjikistan zu der ehemaligen Sowjet Union und besteht zu zwei Dritteln aus  Hochgebirge. Das Klima ist extrem kontinental mit heissen Sommern und langen  trockenen, kalten Wintern. Im Osten des Landes befindet sich das Pamir Gebirge. Schon  1929 wurde mit dem Bau einer Fernstrasse über dieses Gebirge von der Tadjikischen  Hauptstadt Dushanbe ins kirgisische Osh begonnen. Diesem berühmten Pamir Highway  wollen auch wir folgen. Zwischen himmelwärts ragenden Felswänden führt er entlang  einem wilden Fluss. Weit oben auf den Gipfeln sehen wir den ewigen Schnee. "Bis da  hoch wollen wir" meint Dan, unser Reisegspändli aus London. Schwer vorzustellen bei  aktuellen 43°C.  Überall auf dem Weg finden sich tolle Homestays zum Übernachten, die der lokalen  Bevölkerung einen guten Verdienst einbringen. Zwischen Kalei Khum und Jelondy ist das  Tal relativ dicht besiedelt und wir fahren durch oasenähnliche Dörfer, wo die Leute uns  immer wieder zu Tee und Verpflegung einladen. Wir sind berührt von der Herzlichkeit und der Gastfreundschaft der  Menschen. Obwohl sie sehr wenig besitzen, teilen sie doch freudig mit uns.  Auf dem Hochplateau überqueren wir mehrere 4000 Meter hohe Pässe. Hier ist die  Landschaft flacher und trockener. Weite Täler und abstrakte Gebirgszüge in allen  möglichen Rot- Braun und Gelbtönen und weit und breit keine Zivilisation. Die  einzigen Spuren der Menschen sind die Strasse, auf der wir fahren und eine  einsame Stromleitung, die sich immer wieder durchs Bild zieht.  Mein erster Viertausender-Pass lässt mich die "Höhensüchtigen" besser verstehen.  All die Strapazen, wie aufgerissene Lippen, trockene Schleimhäute und  sonnenverbrannte Haut sind nichtig in Anbetracht der Nähe zum Himmel und dem  empfundenen Glücksgefühl.   Die wahre Herausforderung stellt sich uns aber erst beim 4650 Meter hohen Ak  Baital, dem höchsten Pass des Pamir. Wir übernachten 20 km vor dem Pass auf  einer Höhe von 3900 müM. Am Morgen verhüllen graue unfreundliche Wolken die  nahen Berge und der übriggebliebene Tee im Becher ist komplett gefroren. Mit steifen Gliedern kriechen wir aus dem Zelt und  machen uns abfahrbereit. Auf Grund der dünnen Luft gleicht mein Atem dem einer rostigen, alten Dampflokomotive. Ich  schalte in den leichtesten Gang und kurble mich im Zeitlupentempo den Hügel hinauf. Nach einigen Aufwärmkilometern wird  es erträglicher. Schlückchen weise würge ich das eiskalte, halbgefrorene Wasser meine Kehle hinunter. Der "grosse  Velocipeto" scheint es gut mit uns zu meinen. Er schickt uns einige Sonnenstrahlen und vertreibt die Wolken. Vier Kilometer  vor der Passhöhe endet die Sonntagsfahrt. Aus Asphalt wird Schotter, der Rückenwind bläst uns plötzlich eisig ins Gesicht  und die Steigung nimmt zu. Wir mobilisieren die letzten Reserven und  bestehen schliesslich die Pamirprüfung! Doch lange wollen wir nicht auf der  Passhöhe verweilen. Schnell ziehen wir uns all die warmen und winddichten  Klamotten an, die wir seit Europa mitschleppen. Zur "Belohnung" gibt es auf  der Abfahrt eine Wellblech-rüttel-Piste vom Feinsten. Wir holpern kaum  schneller hinunter als hinauf. Nach der steilen Abfahrt erreichen wir ein  breites Flusstal und einen geeigneten Zeltplatz zu finden ist nicht schwer. Zwei Tagesetappen und eine Grenze später erreichen wir Sary Tash in Kyrgistan. < Übersicht