Impressum  Kontakt Türkei  12. Juni - 15. Juli 2013  Die Türkei, das gelobte Land  Die Türkei ist einfach nur phantastisch! Der grösste Anteil der Begeisterung geht auf   Rechnung der Menschen hier. Sie sind unglaublich gastfreundlich und sehr  hilfsbereit. Fast in jedem Laden oder Dorf wird uns sofort Cai angeboten. (Man stellt  sich vor, wie zu Hause der Migrosverkäufer einem Tee anbietet nach dem Einkauf  *gg*) Oft werden wir gefragt, ob wir noch etwas brauchen oder Hilfe benötigen (vielleicht  sehen wir nur einfach so hilfsbedürftig aus ;)). Das Übernachten war noch nie ein  Problem. Sobald wir nach einem Zeltplatz fragen, zeigen uns die Einheimischen  einen traumhaften Picknickplatz direkt am Meer oder lassen uns auf ihrem  Grundstück zelten. Oft berichten uns die Menschen, dass ihr Dorf sehr toll und  sicher sei. Niemand schliesse die Haustür ab, dies sei unnötig. Die Menschen hier, wirken meist wirklich sehr zufrieden und  glücklich. Dies wirkt sich natürlich auch auf uns aus. Auch für uns ist es sehr sicher hier. Noch nie hatte ich die kleinsten  Bedenken, es könnte etwas geklaut werden oder sonst passieren. Wir fühlen uns sehr sicher. Wir erleben hier eine Kultur des  Hinschauens. Es wird sehr genau beobachtet, was wir tun und dementsprechend geholfen. Manchmal sind es nur kleine  Gesten, die aber uns aber überaus freuen. Wie zum Beispiel, als wir in Istanbul auf den Bus gewartet haben, winkte uns eine  junge Frau sobald der Bus kam, damit wir auch noch einen Sitzplatz erwischen.   Den Bosporus überqueren wir mit der Schnellfähre, da die beiden Brücken für Radfahrer gesperrt sind und wenden uns  Richtung Norden, um der Schwarzmeerküste zu folgen. In Beykoz sind wir mit Brian und Amy verabredet. Die beiden   Amerikaner haben wir am Vortag beim Warten vor der Usbekischen Botschaft kennengelernt. Nun radeln wir gemeinsam.  Erstaunlich schnell lassen wir das organisierte Grossstadtchaos von Istanbul hinter uns.     Die Natur und die Landschaft sind überwältigend. Einsame geschwungene  Küstensträsschen umwinden die Hänge der unzähligen Hügel und Berge,  die sich direkt aus dem Schwarzen Meer erheben. Sie verbinden die  kleinen Dörfchen und Weiler, welche an die steilen Bergflanken geklebt  sind oder die sich in kleinen Buchten verstecken. Doch so schön es hier  ist, so anstrengend ist es auch. Immer wieder klettern wir von  Meereshöhe bis auf ein-, zwei- oder dreihuntert Meter, nur um nach der  nächsten Kurve wieder zurück auf Meereshöhe zu düsen. Drei Tage später verabschieden wir uns von den beiden Amerikanern. Sie  folgen einer Route, die mehr ins Landesinnere führt, während wir an der  Küste bleiben.  Mittlerweile sind wir schon einige Zeit hier an der Schwarz Meer Küste. Die  Natur tut auch seinen Beitrag zu unserer Begeisterung. Sie ist gigantisch. Die Küste fällt hier oft in hohen Klippen steil ins  türkisblaue Schwarze Meer. Die gut asphaltierte zweispurige Strasse schlängelt sich hinauf über die Hügel und wieder runter  zu den Dörfern am Meer und vielen versteckten Buchten und Lagunen. Wir können uns nicht satt sehen.   Zum Ausblick kommen die unterschiedlichsten Gerüche, die uns bezaubern. Dank dem warmen Sommerwetter stehen wir um  fünf Uhr morgens auf(!!) um dann um sieben Uhr spätestens Abfahrbereit zu sein. Um diese Zeit riecht es in den schattigen  Kurven noch köstlich nach modrigem Morgentau. Später am Nachmittag riechen unsere Nasen weichen Teer oder von Hitze  surrende Pinienwälder.  Besonders gefallen uns auch die Märkte hier und das Angebot an frischen Früchten und Gemüse. Für die nächsten paar Tage  werden weiter der Schwarzen Meer Küste folgen, um dann in Trabzon unser Iranvisum zu beantragen.  Nach 800 Kilometern und unzähligen Höhenmetern erreichen wir Sinop, die nördlichste Stadt der Türkei. Ab hier wird es  wieder flacher, was aber leider nicht bedeutet, weniger anstrengend. Denn aus der verkehrsarmen, kleinen Küstenstrasse  wird ein richtiger Highway. Auf der vier- bis sechsspurigen Strasse rollen ununterbrochen unzählige Lastwagen, Busse und  Autos durch die nicht mehr endenden Vororte von Stadt zu Stadt. Nach zwei Tagen Autobahnfahrt haben wir genug und  steuern  den nächsten Busbahnhof an. "Problem jok!". Kein Problem, meint ein älterer Herr und mobilisiert mit seiner  Autorität alle Ticketverkäufer, bis sich eine Gesellschaft gefunden hat,  die uns und unsere Velos bis Trabzon mitnimmt.   Als wir Trabzon erreichen ist es bereits dunkel. Die Hotelsuche  gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn alles scheint voll zu sein.  Intuitiv steuern wir in eine kleine Seitengasse, an deren Ende ein  sympathisches Hotel steht. Auch voll! Scherzhaft fragen wir, ob sie  nicht einen Platz zum Campieren hätten. Ein türkischer Gast, welcher  die Unterhaltung mitgekriegt hat, lässt uns auf dem Balkon vor seinem  Zimmer das Zelt aufstellen. Damit ist auch der Receptionist zufrieden  und natürlich müssen wir nichts bezahlen. Als wir am Morgen  aufwachen, kommen uns aus dem Zimmer nebenan Brian und Amy  entgegen. Die Welt ist klein!  < Übersicht